ZEN und Werte westlichen Welt

Buddhas Werdegang :
Buddha wuchs als Prinz abgeschottet, gebildet, reich und überbehütet auf, geb. im April 563 v. Ch. Nach seinem ersten Kontakt mit einem Siechenden floh er aus dem Palast, er wollte die Welt und das Leben verstehen. Er wurde Asket und Bettelmönch und suchte derart Antworten auf die wesentlichen Lebensfragen. Den harten Weg der Selbstkasteiung und Askese erachtete er bald als ungeeignet. Er verfolgte einen „Mittleren Weg der Tugend“, ohne irgendwelche Extreme, für jedermann gangbar. Diese Gedanken und Techniken lassen sich unschwer in ein ganz normales Leben einfügen. Viele erfolgreiche Menschen nutzen Derartiges.

Parallel zur Entwicklung der westlichen Ideale und Wertegesellschaft entstand der ZEN-Buddhismus. Nahezu deckungsgleich mit christlichen und humanistischen Idealen. Nüchtern betrachtet identisch mit den Inhalten der 10 Gebote; lediglich die Themen Bildung (man muss die Welt verstehen) und das Thema Meditation (man muss sich selbst verstehen) kommen noch hinzu. Die Kernaussage ist, dass der Mensch durch Unwissenheit und ein ungesteuertes Unterbewusstes (Gedanken, Emotionen, Körperempfinden) konditioniert und angstbesetzt ist.

Yoko Beck beschreibt sehr gut, was ZEN in einem westlichen Lebensstil bedeutet. Man ist überrascht, wie kongruent das ist. Spitzenmanager aus Japan nutzen dies schon lange, um sich selbst im Alltag und Berufsleben besser zu strukturieren. Godamo Bhuddha sah sich selbst auch nur als ganz normalen Menschen. Er selbst empfand seine Erkenntnisse als weltlich. Keinen Moment dachte er dabei an eine Religion oder an eine Verehrung seiner Person.

Buddhas Erkenntnis. Seine sogenannte  „Erleuchtung“ bezeichnete er selbst ganz unspektakulär als Einsicht. Er zögerte, ob er das anderen mitteilen sollte; er dachte wohl etwa 1 Jahr darüber nach, ob er es kundtun sollte. Zuletzt entschloss er sich seine Erkenntnisse zu predigen und wählte hierzu eine logische und nachvollziehbare Systematik. Anhänger scharten sich rasch um ihn und Ordensgemeinschaften (erstmals auch Frauen!) wurden gegründet. Als Prediger, Redner, Ratgeber und Weiser genoss er sehr hohes Ansehen. Das Buch „Zen im Alltag“ von Yoko Beck überträgt dies ganz unkapriziös und schlicht auf unsere sog. westliche Lebensweise.

Godamo Buddhas Mitteilungen. Im ersten Jahrhunderte nach Buddha wurde vieles seiner Vorträge weiter gegeben, ähnlich wie nach dem Tode Jesu. Buddha starb 483 v.Chr. Das erste buddhistische Konzil war 3 Jahre danach; ein zweites Konzil hundert Jahre später. Nach 300 Jahren hat man sich entschieden die Überlieferungen aufzuschreiben, es gab das Bedürfnis die Mitteilungen Godamo Buddhas möglichst wirklichkeitsnahe zu notieren. Dies geschah auf Palmblättern bibliothekarisch geordnet in Körben, die auf Ceylon in einer Höhle gelagert wurden. Diese Höhle wurde mit Ton verschlossen. Man entdeckte sie 1890. Die Sprache des Pali-Kanon war schon seit 1500 Jahren ausgestorben und musste über 20 Jahre regeneriert werden (Neumann). Diese Texte umfassen ca. 1500 Seiten und sind vergleichbar mit mittelalterlichen rhythmischen Balladen; nicht ganz leicht zu lesen, aber sehr interessant und sprachlich gut verständlich.

ZEN ist keine Religion:

ZEN entspricht der Urform analog den Übersetzungen, ohne hinduistische,tibetanische oder esoterische Zudichtungen. Es ist kein Glaube im religiösen,  christlichen oder moslemischen Sinne. Es gibt keine Dogmen, es ist kein Vertrauen in eine höhere Macht. ZEN-Buddhismus versteht sich als Lehre vom Leben, es fordert Bildung und Lebensart, Selbst-Erkenntnis ist wesentlich.


Religion ist an die historische Wahrheit gebunden, man muss die Grundvoraussetzungen glauben, sonst kann man deren Weg nicht mitgehen. Stichwort: „Und die Bibel hat doch recht“; die Bibel z.B. fordert an vielen Stellen den Glauben; in anderen Religionen oft noch viel ausgeprägter, mit einer soziologisch-politischen, oft sogar gewalttätigen Komponente.


Buddhismus ist an keine historische Wahrheit gebunden, es ist eine zeitlose psychologische Wissenschaft. Kein „entweder-oder“, wie Buddhist versus Christ versus Jude; sondern ein „sowohl-als-auch“, alle guten Gedanken sind hilfreich.

Buddha ist kein Gott und kein Prophet und wollte auch nie einer sein. Es gibt demnach keine Kraft außerhalb von uns und außerhalb der Welt; demnach gibt es keine distanzierte Gottheit, keine Gottesfurcht. Eine Verehrung Buddhas ist nachträglich als Dank an einen Menschen zu verstehen. Vielfältige Umwandlungen in Religion und Götterglauben war nie beabsichtigt. Manche buddhistischen Linien machten ihn zu einem Gott, was aber nicht seinen Reden und den Aufschreibungen entspricht. So z.B. der tibetanische Buddhismus. Die Unzahl der Gottheiten und Dämonen wurden mit der neuen „Religion“ vermengt. Dies ist der sog. „große Wagen“, der es erlaubt alle Strömungen und Weltbilder mit aufzunehmen.


Es gibt keine buddhistischen Religionskriege, Buddhismus kann man nicht als Kriegsvorwand missbrauchen, denn es gibt keinen „einzig wahren Gott“. Wer einen Gott angreift, provoziert die erhabenen Gefühle der Gläubigen. Derartiges kann im Buddhismus nicht greifen.

Es gibt auch keine buddhistische Metaphysik, keine Aussage zur Entstehung der Welt, keine Spekulation über das Ende, keine Angabe zum Leben nach dem Tod. All diese Fragen interessieren den „Buddhisten“ nicht, weil diese keinen praktischen Lebensbezug haben; nicht nur, dass man es nicht weiß, es ist völlig bedeutungslos.

Die Wiedergeburtstheorien sind nicht buddhistisch, sondern hinduistisch. Diese wurden vor 2500 Jahren als gegebene Wahrheit gesehen. Buddha und das Thema Wiedergeburt werden oft unsinnig vermengt. Wiedergeburt wurde zu Buddhas Zeit als  gegeben erachtet, so wie das frische Gras grün ist. Es wird in den Urtexten erwähnt. Im ZEN wird es aber nicht thematisiert, weil ohne Bedeutung. Der westliche Mensch sehnt sich komischerweise nach Wiedergeburt, der östliche Mensch will diesem Rad entrinnen.

Es gibt nicht die eine Wahrheit. Wahrheit im Buddhismus wird sehr relativiert, Beispiel ist die buddhistische Parabel vom Elefanten (analog dem Höhlengleichnis von Sokrates). Ein König ließ einmal alle Blindgeborenen versammeln, um Ihnen einen Elefanten zu zeigen. Er ließ sie zum Elefanten führen, damit sie ihn betasten könnten. Einige die Zähne, andere den Kopf, weitere den Rüssel, Beine, Rumpf, etc. Der König freute sich und bat die Menschen ihm das Tier zu beschreiben. Jeder stellte sich  das Tier anders vor, jeder verglich es mit ganz Unterschiedlichem, es gab sehr emotionale Interpretationen, die Diskussion wurde immer hitziger, es entstand Hass unddies führte in ein Handgemenge. Keiner kann also die ganze Wahrheit   erfassen, eine Teilwahrheit erfasst jeder; und meint, dass dies die ganze Wahrheit sei, manche wollen dafür auch noch kämpfen. Man darf seine eigene Sichtweise und Empfindungen nie als die ganze Wahrheit missdeuten. Also nicht ein „entweder-oder“, sondern ein „sowohl-als-auch“ und andere Teilwahrheiten soll man gelten lassen.

Ein nicht-materialistisches Weltbild. Das buddhistische Weltbild ist nicht materialistisch: So auch im Christentum „am Anfang war das Wort.“ Es geht also nicht um materiellen Möglichkeiten oder chemisch-physikalische Prozesse. Wichtig ist, vor einer  Tat soll eine Vision, ein Plan, eine Idee, eine Motivation, ein Ziel stehen. Das Weltbild der Industriegesellschaft ist hingegen materialistisch. Der Mensch sieht sich heute als hilfloses austauschbares Zahnrädchen in einem unendlich komplizierten  Getriebe und muss mithalten. Probleme versucht man „materialistisch“ zu lösen.

Die Psychologie von Ursache und Wirkung. Das sog. Karma ist das Prinzip von Ursache und Wirkung; dies kennen wir in den modernen Naturwissenschaften und in der Psychologie. Der Buddhist analysiert Ursacheund Wirkung auf der nicht-materiellen Ebene des Denkens und Fühlens. Gedanken, Worte und Taten eines Menschen bewirken etwas bei ihm selbst. Es gibt nach Buddha keinen richtenden Gott. Das eigene Wirken ist Ursache für eine weitere Wirkung (abgespeichert tief im Unterbewussten) und holt den Menschen immer wieder ein (Konditionierung).

Kein Festklammern, kein Anhangen. Alles Existierende ist unbeständig, Sicherheit auf dieser Welt ist eine Illusion. Es hat keinen Sinn stete Sicherheit zu suchen, weil man sich dem Fluss des Lebens entgegenstellt und dadurch nur Angst entsteht.    Diese Existenzbedingung bedeutet zwar Unsicherheit, aber auch, wenn man es akzeptiert, Freiheit und keine Angst mehr vor einer Zukunft, die in vielerlei Hinsicht zu variabel und unvorhersehbar ist. Aus dieser Einsicht entsteht die Chance im Jetzt zu leben. Negative und angstbesetzte Projektion kann man zunehmend als solche erkennen und dadurch überwinden. Dies nimmt auch die ungerichtete Angst vor
Herausforderungen.

Selbstbezogenheit, Selbstsucht ist das Verfolgen egoistischer Ziele auf Kosten anderer. Ein angstbesetztes egoistisches Anklammern, um den eigenen Vorteil zu sichern. Es schadet nach „karmischer“ Gesetzmäßigkeit einem selbst. Feindschaft, Eitelkeit, Hass, Raffgier etc. verkennt, dass wir mit unserer „Umwelt“ verwoben sind. Der Buddhist sieht dies als mangelnde Einsicht und Weisheit, man muss verstehen, dass man sich (und sein engstes Umfeld) nicht durch Selbstbezogenheit beschädigen darf.

Liebe, Mitgefühl. Auch im Buddhismus gilt der Satz „Liebe deinen Nächsten und dich selbst“; es geht um den gemeinsamen Urgrund (Lebensbasis), eigene Gefühle, Ängste, Emotionen muss man da kennen und suchen - „wer sich selbst beherrscht, beherrscht die Welt“. Diese Individualität bedeutet sich selbst erkennen und damit dem anderen und dem Gemeinsamen besser dienen. Man liebt den anderen und man liebt sich selbst.Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, heißt es. Wer liebt da wen ? Es geht meist um „nutzbringende“ Liebe. Liebe als Partnersuche, die ein Traumbild reflektieren soll, ist eigentlich nicht gemeint. Liebe als ein „Fernsehprogramm“, das man so oft wie möglich ansehen möchte ? Beides ist Ich-bezogen und führt meist in die Trennung. Liebe kommt aus der Freude. Eric Berne sagt „ich bin o.k., du bist o.k.“ Liebe als zentrales Lebensgefühl, wie im Christentum. Im Buddhismus formuliert als Mit-Gefühl, Mitleid, sich-freuen-mit-dem-anderen.

Ehrlichkeit, Dharma bedeutet Redlichkeit in allen Lebenssituationen, Einordnen und selbst Erkennen einer Aufgabe, frei und selbstverantwortlich sich einfügen und dienen. Freiheit wird oft egoistisch und Ich-bezogen gelebt; dies ist erst mal erfolgreich, führt aber bald zu Angst und Leid. Recht bald stellen sich nämlich dann Einsamkeit, Verlust- und Versagensängste ein.


4 edle Wahrheiten und der 8-fache Pfad:

Buddhas Einsicht – er fasste die 4 edlen Wahrheiten zusammen:

1. Leben ist Leiden
2. Leid entsteht durch Begierde und Anhaften
3. Es ist möglich sich von diesem Leid zu befreien
4. Der Weg dazu ist der Achtfache Pfad zum rechten Leben

Leid wird wahrscheinlich wesentlich besser mit „Angst“ (Stress/Frust) übersetzt. Anhaften wahrscheinliche besser mit „egoistischem Sich-Anklammern“

Die erste edle Wahrheit, Leben ist Angst, ist nicht pessimistisch gemeint. Sie besagt nur, dass man der Realität ins Auge sieht, nach dem Motto Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Verdrängen, Nicht-wahrhaben-wollen ist keine Lösung. Bewusstwerden erlaubt erst das Sich-Lösen. Die Betrachtung der eigenen Gedanken und Emotionen in der Meditation nimmt einem Thema die Angstbesetzung und man kann steuern, auch Ängste/Sorgen als Lebenslüge aufdecken.

Die zweite edle Wahrheit beschreibt das selbstsüchtige-sich-Anklammern, meist an das vermeintliche Glück, aber sehr aggressiv zum eigenen Vorteil. Sehr viele aus Veränderungsangst an einem Ist-Zustand und an der Befriedigung von Bedürfnissen, wie Geltung, Status u.a.

Die dritte edle Wahrheit fordert sich selbst zu befreien. Eigenschaften, die man Gott zuordnet auf sich zu projizieren, durch Achtsamkeit, Ausdauer, Disziplin auch und besonders in der Meditation. Es ist die Buddha-Natur in jedem Menschen. Diese Freiheit ist sehr humorig. Humor löst die Spannungen des Lebens auf. Es ist eine übergeordnete Sichtweise. Es erlaubt ein Lachen oder Lächeln in nahezu allen Lebenssituationen. Es befreit auch von der Angst in schwierigen Situationen, z.B. die viele Musiker vor Auftritten haben.

Die vierte edle Wahrheit beschreibt den 8-fachen Pfad zum rechten Leben:

1. rechte Ansicht / rechte Einsicht
2. rechtes Motiv / rechte Gesinnung
3. rechte Rede
4. rechtes Tun
5. rechter Lebensunterhalt
6. rechte Anstrengung
7. rechte Achtsamkeit
8. rechte Konzentration / rechte Meditation

Die ersten 5 Pfade, rechte Ansicht bis rechter Lebensunterhalt, das verstehen die Menschen mit abendländisch und christlichem Hintergrund auch ohne Erläuterung.

Rechte Anstrengung beschreibt Buddha mit seiner ureigensten Denkweise. Gedanken, Körperempfindungen, Emotionen erfüllen unseren Geist. Wir prägen uns dadurch unterbewusst. Sauberkeit, Reinheit pflegen wir in Bezug auf unseren Körper,  Zähne, Kleidung, Wohnung, Auto, etc. Für unseren Geist nehmen wir uns hierfür aber kaum Zeit. Die Ausrichtung ist materiell, wir kümmern uns nicht oder zu wenig um unsere geistige Gesundheit. Im Gegenteil, wir neigen eher dazu unseren Geist zu vermüllen und unsere Gedanken zu verschlacken.

Reinigen des Geistes. Buddha spricht vom Reinigen des Geistes, vom Kultivieren von Gedanken und Gefühlen. Schlechte Gedanken, wie üble Nachrede, Hass, Lüge, Neid, Verunglimpfung, Verlangen, Abneigung etc. schaden dem Urheber selbst. Affektfrei, unvoreingenommen, wohlwollend, liebevoll sollte man seinen Mitmenschen gegenübertreten. Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut sollten ausstrahlen. Sich für andere freuen. Auch hier wichtig die Liebe zu sich selbst.

Wesentlich ist es sich selbst zu lieben und akzeptieren, ohne Angst vor Zurückweisung oder Isolation, analog dem Christentum „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ Eric Berne sagt das so, „ich bin o.k., du bist o.k.“. Auf Bayrisch: Leben und
leben lassen.

Die „sowohl-als-auch“ Attitüde versus dem „entweder-oder“ erlaubt es den anderen anzunehmen. Ansonsten projizieren wir unsere Ängste und unsere Stressoren auf die Umwelt, auf bayerisch heisst das „der mag sich selbst nicht“.

Rechte Anstrengung: „ Nicht soll unser Denken aus der Fassung geraten, und nicht wollen wir ein böses Wort äußern. Freundlich und mitleidvoll wollen wir verweilen mit einem Denken voller Güte, ohne innere Abneigung. Nachdem wir jene Person mit einem Geist voller Güte durchdrungen haben, wollen wir in diesem Zustand verweilen. Nachdem wir, damit beginnend, die ganze Welt mit einem Geist voller Güte, mit entfaltetem, geweihtem, grenzenlosem, friedlichem, nicht bindendem Geiste  durchdrungen haben, wollen wir in diesem Zustand verweilen.

Das Thema „rechte Achtsamkeit“ bezieht sich auf Konzentration und Meditation und ist ein entscheidender Aspekt des Buddhismus. Es ist das Bewusstwerden emotionaler und mentaler Prozesse. Es führt zum Erkennen unbewusster Vorgänge.  Meditation, also bewusstes Beobachten, lässt uns unterbewusste Gedanken und Emotionen (auch Körperempfindungen) als solche erkennen; und damit lernen wir zunehmend damit um zu gehen. Das Gehirn ist wie ein Fernseher, mit vielen  Programmen, Sender und Empfänger gleichzeitig, mit einer kaum steuerbaren Fernbedienung. Und dieses Nonstop-Programm konditioniert uns unterbewusst, schafft oft Verwirrung und erzeugt unvorhersehbar Freude, plötzliche Emotionen, vor allem aber ungerichtete Angst. In der Meditation schaut man sich diese wirren Gedanken, unvorhersehbaren Emotionen und vorbewussten Körperempfindungen ganz bewusst an. Zuerst nur auf den Atem achten, Gedanken, Körperempfinden und Emotionen  sind als solche zu erkennen, bei Abschweifungen immer wieder zurückkehren, und immer wieder den Atem beobachten.

Meditation ist die aktive Beobachtung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Das ist ein Non-stop-Kinoprogramm oder PC- Hintergrund-Programm des Gehirns, das uns unkontrolliert durch die Höhen und Tiefen jagt („die Matrix“). Viele haben da die Kontrolle schon lange verloren. Meditation soll befreien von unterbewussten „Konditionierungen“. Motivation, Emotion, Ängste, Denkschemen können hemmen, können falsche Assoziationen herstellen.


Im weitesten Sinne nahe der Psychoanalyse; „Wer sich selbst beherrscht,  beherrscht die Welt“, „Wer das Ganze hat, hat auch die Teile.“


Die Hemmungen während der Meditation sind :

1. Ehrgeiz und Begierden
2. Groll, Hass, Ärger
3. Stumpfheit und Trägheit
4. Aufgeregtheit und Gewissensunruhe

Die fünf Versenkungsstufen sind:
1.
Achtsames, gerichtetes Denken
2. Konzentration auf einen Punkt, weitschweifendes Denken hört auf
3. Gleichmut, Klarheit, Gelassenheit
4.
Aufhebung von Vergangenheit und Zukunft, kein Erinnern an Gefühle,
reine Gegenwart
5. Weder Wahrnehmen, noch Nicht-Wahrnehmen

Worauf richtet sich „achtsames, gerichtetes“ Denken:
1. Den Körper, das Körperempfinden (zunächst meist der Atem)
2. Emotionen und Gefühle
3. Das Denken, die Gedanken

Bildung und Wissen. Je mehr man weiß oder sieht, umso zielgerichteter kann man handeln. Die Wahrnehmung äußerer Möglichkeiten ist mit der inneren Welt verknüpft. Buddhistisches Denken fordert, dass man sich kontinuierlich bildet und seinen Horizont stetig erweitert.

ZEN – was ist das :

Der Mahayana-Buddhismus erlaubte eine umfangreiche Verschmelzungen mit lokalen Religionen und Kulturen und schuf eine unüberschaubare Vielfalt. In vielen Klöstern leben Mönche verschiedener Richtungen. Der sogenannte „große Wagen“ befördert viele Menschen - mit ganz unterschiedlichem Hintergrund und mit unterschiedlicher Bereitschaft sich darauf einzulassen.

Ein Beispiel ist Tibet, wo man die alten und lokalen Gottheiten und Dämonen „integriert“ hat. Entsprechend befremdlich, mystisch und verwirrend lesen sich die Schriften des Dalai Lama. In Indien schien zunächst der Buddhismus dominierend zu  werden. Das wurde von den Herrschern, die ihre alten Hierarchien beibehalten wollten, unter- bunden, durch Kriege und Einbindung des Buddhismus in den Hinduismus; man machte Buddha zu einer der vielen hinduistischen Gottheiten.

Der Theravada-Buddhismus in Ceylon wurde eine Hochburg des „reinen“ Buddhismus. 100 v.Chr. wurden im sog. Pali-Kanon die Reden Buddhas niedergeschrieben. Es waren viele große geordnete Körbe, mit den Texten auf Palmblättern. Darauf  basiert der Zen-Buddhismus. K. E. Neumann entdeckte diese Schriften. Die Pali-Sprache war aber schon so lange ausgestorben, dass er diese erst über 20 Jahre wieder neu generieren musste. Dann erst ging es an die Übersetzung. Diese Schriften, die 3 Bände des „Mittleren Weges“, sind das Authentischste, was wir von Buddha heute haben. Albert Schweitzer lobte die 3 größten Werke der westlichen Welt, die Übersetzung der Bibel, Goethes Faust und K. E. Neumanns Übersetzung der „Reden Godamo Buddhos“

ZEN. Analog zum daraus entstehenden Zen-Buddhismus sind darin keine metaphysischen Ausführungen, keine Diskussion der Wiedergeburt, keine Gottheiten. Es ist eine ganz nüchterne Darstellung der „buddhistischen“ Denkart, konzipiert als Hilfe für die Menschen; es ist „Diesseits-bezogen“ und so verstand sich auch der Mensch Buddha.

Gründer des Zen-Buddhismus ist der chinesische Mönch Bodidharma im 6 Jh. Ab 1200 hatte ZEN in Japan eine lange Blütezeit. Jeglicher Ballast (Religionen, Literatur, Kulturen) wurde abgeworfen. Metaphysische Begriffe wie Gottheit, Seele, u.a. wurden eliminiert. Dann wurde es leider skurril - selbst die Logik wird aufgehoben, als intellektuelle Falle erachtet. Typisch sind sog. „Koans“, die das Denken in Begriffen aufheben sollen. Begriffliches Denken wurde als ein Hindernis auf dem Wege zur geistigen Reinheit erachtet; das war eine unglückliche, unnötige und unsinnige Entwicklung, die ZEN für viele Menschen gänzlich unverständlich zu machen drohte.

ZaZen bedeutet „das Sitzen“. In strengen Klöstern wird sehr ausdauernd meditiert und asketisch gelebt. Dies sind aber nur die Regeln und Abläufe. Die Menschen und der Umgang sind sehr humorvoll und tolerant. Typisch sind sog. „Koans“, die das Denken in Begriffen aufheben sollen. Koans sind in sich unlogische Fragestellungen, auf die man eine mögliche Antwort erkennen/suchen soll in der Meditation. Die Antwort kann nahezu nur ein Witz sein, was die humorvolle Denkweise des ZEN stützt und auch so betont. Auch der Humor und Witz sublimiert ja beängstigende Konstellation auf ein unerwartetes und höheres Niveau – Lachen ist dann die Entspannung (also Auflösung von konfliktinduzierenden Widersprüchen auf einem höheren
Niveau).

ZEN ist die authentischste gelebte Form der Vorgaben Buddhas. Erlernbar war es früher nur über Klosteraufenthalte, z.B. in Kyoto. Entsprechende japanische Standardwerke (Suziki u.a) sind selten und kaum lesbar. Jan- Willem Wetering beschreibt diese Denkart sehr gut, indem er seine Aufenthalte in Kyoto in Romanform darstellt. Der gelungene Bestseller ist Joko Becks „Zen im Alltag“. Eine von Ihr geleitete Schule in Kalifornien vermittelt Zen. Das Buch bemüht sich dies in unseren westliche Welt
verständlich zu machen.


ZEN - Kernaussagen:

ZEN ist eine Denkart und Lebensform des Alltags. Es betont, dass wir ein egozentrisches Bewusstsein haben. Das ist eine hohe Gabe, kann uns aber auch scheitern lassen. Das Leben wird meist als angstbesetzt, schwierig, verwirrend, „frustrierend“  empfunden; selbst wenn es uns gut geht, haben wir Sorge, dass es nicht so bleibt. Das Leben ist aber vollkommen, vollendet, so wie es ist. Wir ahnen, dass es auch unbegrenzt, weit und frei sein könnte. Die Antwort und Lösung suchen wir außerhalb von uns, z.B. im Auto, im Partner, in der Karriere, Ferien, etc. Noch schlimmer: die ewige Suche nach dem Glück, sie muss scheitern. Man fragt sich, war der Hans-im-Glück (Grimms Märchen) schon Zen-Buddhist ?

ZEN heißt „Sitzen“
- Sitzen und seinen Atem verfolgen
- Sitzen und seine Gedanken betrachten
- Sitzen und seine Gefühle/Emotionen betrachten
- Sitzen o. Stehen und Trompete üben ?

Das Verfolgen des Atmens ist analog dem berühmten „Om“ oder der Mantra- Meditation. Man nimmt wahr, dass man ein Körper ist. Das ist vor allem initial ganz schwer. Sofort schweifen Gedanken und Emotionen ab. Man schafft initial keine 10 Sekunden durchzuhalten.

Die abschweifenden Gedanken sind zu betrachten:

  • 99% haben keine existentielle Wirklichkeit.
  • Sie sind emotional gefärbt.
  • Sie sind nur Spiegel unserer Ängste.
  • Sie laufen wie eine Matrix völlig zufällig ab.
  • Die Gedanken werden betrachtet.
  • Immer wieder ganz kurz, nicht verweilen,
  • 100mal, 1000mal, 10000mal.
  • Dann zurück zum Sitzen & Atmen oder Trompeteüben.
  • Und dann werden diese Gedanken irgendwann langweilig.
  • Wir Zappen durch diese Fernsehkanäle und fangen an zu begreifen, dass da eigentlich NICHTS ist.

 

ZEN kann erschreckend sein. Auf diesem Weg fliehen viele, oder es geht ihnen ganz schlecht, manche machen mal eine „Pause“. Manche Menschen können in eine Krise geraten! Das Harte an ZaZen ist: Es kann erst mal erschreckend sein, was sich in unserem Kopf abspielt. Und man versteht, es ist wie das Zappen durch die schlechten Fernsehkanäle, nicht mehr. Wir müssen nur lernen damit umzugehen.

Das ZEN-Üben gibt erst mal keine Kraft. Es ist kein kurzer Weg zum Anderssein; nach spätestens 10 Sekunden fängt man ungebremst zu denken an, auch noch nach Jahren. Aber genau das ständige Denken kommt jetzt nach vorne, wir fangen an es als solches zu erkennen und lernen diese Gedanken zu etikettieren

Man übt ZaZen im Augenblick, auch im Alltag. Immer wieder muss man von dieser im Kopf drehenden Gedankenwelt Abstand nehmen. Diese fernsehkanalänlichen Gedanken sind als solche zu erkennen. Sich selbst und die Umwelt so wahrnehmen, wie sie ist. Nicht irgendwelche Phantasievorstellungen oder zufälligen Assoziationen und Verknüpfungen davon ernst nehmen, sondern dazu eine humorvolle Distanz wahren.

Man wird dadurch erst mal kein besserer Mensch, erkennt sich aber selbst. Wenn man wütend ist, so erkennt man das. Wenn man zornig ist, dann nimmt man das wahr. Ich bin, was ich im Augenblick bin - und erkenne das. Das verletzt nicht, wird zuletzt etwas steuerbar, kann mit einem Witz und einemLachen beendet werden.

Angst ist das große Thema im Alltag. Wir vermeiden Gedanken und Situationen, die Angst auslösen. Dieses Vermeidungsverhalten verstärkt die Angst. Das kann sich über sehr weite Lebensbereiche verselbstständigen. ZaZen betrachtet genau dies, schaut es sich an, wertfrei, immer wieder und immer wieder.

Diese Gedankenprozesse sind zufällige Verknüpfungen, eine traumähnliche Matrix, die durch unser Gehirn läuft. Daraus entstehen Phantasieprodukte. Alle Menschen sind davon betroffen, unterschiedlich ausgeprägt und dadurch unterschiedlich beeinflusst. In der Regel aber derselbe Mechanismus.

Das Jetzt wird immer aus der Vergangenheit und durch diese Gedanken gefärbt und in die Zukunft projiziert. Das Jetzt, das Gegenüber, die Situation werden davon so beeinflusst, dass aus vielen einfachen-geradlinigen Dingen unser „Drama“ wird. Es ist schon ein Riesenfortschritt, wenn man bereit ist das erkennen zu wollen. Man lernt, dass Zorn, Eifersucht, Angst, Selbstmitleid, Langeweile, Neid, alles o.k. sein kann, man muss es nur als solches erkennen. Das nüchterne Betrachten der Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen funktioniert mitunter sehr schlecht. Viele brauchen dazu ein Hilfsmittel. Das kann ein Mantra sein, das berühmte Om oder anderes, Bogenschießen, bewusstes Gehen, Trompeteüben und vieles mehr. Der Drang nach Erleuchtung ist Unsinn. ZEN ist vollkommen undramatisch. ZEN versteht sich eher als humorvolle, gewitzte Betrachtung des Lebens. Man sollte Witzebücher lesen, um zu lernen, wie man scheinbar beängstigende Situationen humorvoll auflösen kann.  Eine ganz hohe Kunst, die man üben sollte. Darauf beruhen auch Erfolg im Leben und auch Karrieren.

Definition des Selbst. Wir glauben, emotionales-Verwoben-Sein sei unser Selbst, und knüpfen uns an Partner, Familie, Beruf oder anderes – was auch nicht falsch ist, aber eben auch nicht alles sein darf. Dies macht nämlich allzu oft überängstlich, erzeugt Sorgen, erzeugt Abwehrmechanismen, Aufregung, Verwirrung, Unklarheit, Feindseligkeiten. Das sollte man in der Meditation, z.B. beim Üben, betrachten und eine humorvolle Distanz entwickeln. Das zu erkennen schafft Distanz zu sich selbst; im Buddhismus entsteht ein sog. „Nicht-Selbst“, Nicht-Ich“, ein Ungebunden-sein im Sinne von emotionalem Nicht-Anhängen. Dies schafft Kraft und Energie zum Arbeiten, zu Lieben, Verantwortung zu übernehmen. Und wir stehen uns immer weniger
selbst im Weg.

Gefühle - wir nehmen dazu Abstand und betrachten diese. Zorn, Wunschträume, Sorgen sind wie einen Film betrachten. Hierzu gehört viel Humor. Natürlich öffnen wir auch die Büchse der Pandora, werden erst mal reizbarer und empfindlicher, weil die  Schutzmechanismen wegfallen. Da nehmen wir Dinge wahr, die wir so vielleicht nicht wissen wollten. Hier machen viele eine lange Zen-Pause, weil dies das Lebensgefühl schon sehr stört.

Gedanken und Interpretationen. Wir lernen aber, dass das „Gedachte“ wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Unser Leben besteht aus ständigen Interaktionen und immer interpretieren wir das und meist falsch und meist getrübt-emotional. Meist mit zunehmenden Lebensjahren immer schlimmer und angstbesetzter. Ungefärbte reine schöne Gefühle kommen da oft nicht mehr durch. Werdet wie die Kinder, hat deshalb mal einer gesagt. Diese Kindlichkeit hilft und lässt uns ganz unbefangen sein, muss aber vom Erwachsenen wieder erlernt und auch geübt werden.

Menschen sind stets auf der Suche. Kummer und Unbehagen motivieren diese stete Suche. Meist nach Liebe. Alles, was wir finden, droht uns immer wieder zu enttäuschen. Es gibt keine vollkommene Beziehung, es gibt keinen vollkommenen Arbeitsplatz, es gibt kein vollkommenes Musikinstrument, usw. Und diese Suche ist über Jahrzehnte immer wieder dieselbe, diese Suche soll auch unser Unbehagen lindern. Aber die Erkenntnis ist, diese Suche kann nicht außerhalb sein. Wünsche sind unerschöpflich – erkenne, was ihnen zugrunde liegt. Üben erkennt das „Beschäftigt-sein“, das „ständig-Gehetzt-sein“, und genau das sollte man wahrnehmen. Nur wahrnehmen, nicht vermeiden – das reicht erst mal schon aus. Und zunehmend entwickelt man eine humorvolle Distanz.

Gedanken und Konflikte. Es gibt einen Ursprung unserer Konflikte mit dieser Welt - und das sind unsere Gedanken, unsere Bilder und unsere Phantasien, unser Schubladendenken, das Einordnen in Programme/Schemata. Leben wird zum Fernsehen mit verschiedenen Programmen. Eine Beziehung wird zu einem Programm, das man abrufen will. Wenn sich das Programm ändert, gibt es Verwirrung und Ärger. Für andere Lebenssituationen gibt es andere Programme, manchmal laufen dann alle  Programme gleichzeitig. Es sind Filme, die wir im Kopf selbst produzieren – und das verbaut uns den unvoreingenommenen und humorigen Blick auf das richtige jetzige Leben. Gedanken werten oft gnadenlos. Wenn wir unsere Meinungen über alles
Mögliche für eine absolute Wahrheit halten und nicht relativieren, dass es nur Meinungen sind, so leiden wir. Gedanken suchen in alltäglichen Beziehungen einen Vorteil. Wir müssen unsere unfreundlichen Gedanken über Menschen und Situationen beobachten. Wir schaden uns damit selbst.

Der Geist will ständig spazieren gehen. Buddha: „Gedanken sind wie Affen, die den Baum rauf- und runterklettern.“ In den Jahren des Sitzens und Atmens erkennen wir so allmählich die Struktur unserer Gedanken, unseres Körperempfindens und unserer Emotionen. Immer wenn z.B. Ärger aufkommt, können wir alle damit verbundenen Gedanken und Reaktionen betrachten. Diese Gedanken und Empfindungen sind nichts Reales, es ist wie eine sog. Konditionierung.

Ein banaler Auslöser kann eine Kaskade an Gedanken, Emotionen und körperliche Reaktionen hervorrufen, als ob jemand in uns einen Schalter umlegen würde. Das kann man erst mal nicht vermeiden, das ist so. Man kann es aber als Solches erkennen – und darüber lachen. Das beobachtende Selbst steht distanziert neben sich und lächelt über sich selbst.

Distanz zu uns und zur Umwelt. Das Leben kann auch als Straßenverkehr gesehen werden. Wir sind ständig damit beschäftigt auszuweichen. Eine gute Möglichkeit ist es zur Seite zu treten und den Verkehr zu beobachten. Also nicht mehr selbst Verkehr spielen. Wir können plötzlich sehen, welche Richtung der Verkehr nimmt, und wir erkennen, dass er in gewissem Sinne mit uns gar nichts zu tun hat. Er fließt einfach so dahin. Und wir schmunzeln und sind nicht mehr betroffen. Das Leben kann mit einem Teppich in einer Eingangshalle verglichen werden, die Ereignisse gehen ständig über uns hinweg und lassen ihren Druck und „Schmutz“ zurück. Diese Rolle sollte man nicht einnehmen. Ein buddhistisches Sprichwort stellt diesen Vergleich  her und rät genau das nicht zu sein, also zur Seite gehen und beobachten. Ängste und Leiden bestimmen oft das Leben. Was ist der Unterschied zwischen dem Ergreifen vernünftiger Maßnahmen und dem unaufhörlichen Sorgen und Kreisen der  Gedanken ? Ist es der Verzicht auf das sog. „Anhangen“ ? Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben,sondern nur zu akzeptieren, dass sie dahingehen könnten oder werden.

Rechte Anstrengung. Üben bedeutet ein Leben zu verlassen, in dem man sich und andere verletzt. Eine ungute ständige Frage: „Was werde ich davon haben?“ Wir schaffen uns selbst eine Gedankenstruktur, die unser Leben überlagert. Und leben dadurch unser Leben nicht so, wie es ist. Wir kreisen um Wunschträume, wie wir oder andere zu sein hätten. Und wie wir es hinbiegen müssen, damit wir bekommen, was wir wollen. Das ist unnötig anstrengend, verbraucht zur Unzeit unnütz und unnötig Energie. Diese Ziele und Wünsche können auch Fluchtversuche sein. Ideale werden postuliert, sind oft nur reiner Egoismus. Man versucht vor etwas zu entfliehen. Die berühmte fließende Grenze zwischen Streben und Neurose. Humorvolle
Distanz erlaubt es dies zu erkennen.

Zuletzt: Deshalb lohnt es sich hier diese Hochkultur des ZEN-Buddhismus kurz dar zu stellen. Damit wird auch sehr deutlich, worauf unsere Hochkultur beruht. Man könnte meinen, dass man humanistische und christliche Regeln viel besser versteht, wenn man parallel dazu die Aussagen des ZEN betrachtet.