Sinnsprüche, Volksweisheiten

Alte Volksweisheiten bzw. Sinnsprüche sind gewachsen und gehaltvoll. Sie sind recht einfach und bodenständig formuliert. Diese Sinnsprüche sind seit Jahrhunderten bekannt. Und – komplexe Sachverhalte werden recht griffig und auch mal etwas humorig beschrieben. Das sind bewährte Lebensregeln, die kommuniziert und beachtet wurden. Sie wurden oft gelesen und oft zitiert; derart waren sie sehr bekannt. Kluge alte Menschen haben sie den Jungen weiter gegeben. Man tut auch heute gut daran die Weisheiten immer wieder zu lesen. Man staunt, wie sie dann zunehmend an Bedeutung erlangen und zum Rüstzeug werden.

Besser ohne Abendessen ins Bett gehen, als mit Schulden aufstehen.

Freundlich abgeschlagen ist besser als mit Unwillen gegeben.

Kurz abgeschlagen ist Freundschaft.

Die Mönche verneigen sich nicht vor dem Abt, sondern vor dessen Schüsseln.

Der Abwesende muss Haare lassen.

Wer akzeptiert, muss bezahlen.

Achtest du mein, so acht ich dein.

Wer den Acker pflegt, den pflegt der Acker.

Wer den Acker nicht baut, dem wächst Unkraut.

Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte.

Der Adler fängt keine Fliegen.

Kühe und Schafe gehen miteinander, aber der Adler steigt allein.

Je höher der Affe steigt, je mehr er den Hintern zeigt.

Wer allen dienen will, kommt immer am schlimmsten weg.

Wer alles will, bekommt nichts.

Allzu klug ist dumm.

Bei den Alten wird man gut gehalten.

Amt ohne Sold macht Diebe.

Frage nicht, was andre machen, achte auf deine eigenen Sachen.

Was man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.

Wer viel anfängt, endet wenig.

Wer nichts an der Angel hat, der fängt nichts.

Ein fauler Apfel steckt hundert an.

Wer Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.

Arbeit ohne Vorteil wird sauer.

Argwohn ißt mit dem Teufel aus einer Schüssel.

Bekommt der Arme ein Stück Brot, reißt es ihm der Hund aus der Hand.

Wenn die Armut zur Türe eingeht, fliegt die Liebe zum Haus hinaus.

An der Armut will jeder den Schuh wischen.

Armut hat Städte gebaut.

Auf einen knorrigen Ast gehört ein derber Keil.

Draußen hat man tausend Augen, zuhause kaum eins.

Böse Augen sehen nie nichts Gutes.

Aushorcher und Angeber sind des Teufels Netzeweber.

Wer nicht auszieht, kommt nicht heim.

Wer viel ins Bad geht, wird viel gewaschen.

Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Man sieht den Splitter im fremden Auge, im eigenen den Balken nicht.

Bär und Büffel können keinen Fuchs fangen.

Barmherzigkeit macht viele Freunde.

Mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten.

Hoher Baum fängt viel Wind.

Beharrlichkeit trägt den Sieg davon.

Bekennen bricht den Hals.

Neue Besen kehren gut, aber die alten fegen die Hütte rein.

Wenn der Besen verbraucht ist, sieht man erst, wozu er gedient hat.

Aus fremden Beuteln ist gut blechen.

Wer zuviel beweist, beweist nichts.

Im Munde Bibel, im Herzen übel.

Die Bitte ist immer heiß, der Dank ist kalt.

Großer Herren Bitten ist befehlen.

Wer verzagt ist im Bitten, macht den anderen beherzt im Abschlagen.

Wenn der Blinde den Lahmen trägt, kommen sie beide fort.

Ist kein Block im Wege, fällt man über einen Span.

Wenn der Boden zu fett ist, erstickt die Frucht.

Wer borgt ohne Bürgen und Pfand, dem sitzt ein Wurm im Verstand.

Das Böse schreibt man im Stein, das Gute im Staub.

Bosheit tut sich selbst den größten Schaden.

Die Bratwurst sucht man nicht im Hundestall.

Man geht so lange um den Brei, bis er kalt ist.

Was dich nicht brennt, blase nicht.

Wer ein Schreiner werden will, muss auch harte Bretter bohren lernen.

Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

Wer sein Brot allein isst, muss auch sein Pferd alleine satteln.

Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.

Je mehr der Brunnen gebraucht wird, je mehr gibt er Wasser.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.

Ein schlechter Hund, den man auf die Jagd tragen muss.

Wenn das Kind ertrunken ist, deckt man den Brunnen zu.

Hält der Buchstabe dich gefangen, kannst du nicht zum Geiste gelangen.

Bücken muss man sich, wenn man durch die Welt will.

Bücke dich eher dreimal zuviel als einmal zu wenig.

Bündnis macht die Schwachen stark.

Dankbarkeit gefällt. Undank hasst die ganze Welt.

Was du mit Geld nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank.

Später Dank – schlechter Dank.

Es ist viel an einem guten Deuter gelegen.

Leichter ein Dorf vertan als ein Haus erworben.

Unter Dornen wachsen Rosen.

Fürchte nicht der Dornen Stechen, willst du schöne Rosen brechen.

Was ein Dorn werden will, spitzt sich früh.

Je mehr man den Dreck rührt, je mehr stinkt er.

Mancher droht – und zittert vor Furcht.

Wer droht, macht dich nicht tot.

Dulden, Schweigen, Lachen – hilft bei vielen Sachen.

Ein Edelstein gilt so viel, wie ein Reicher Narr dafür zahlen will.

Der Egel lässt nicht ab, er sei denn Blutes voll.

Haben Eheleut einen Sinn, so ist das Unglück selbst Gewinn.

In der Ehe mag kein Frieden sein, regiert darin das mein und dein.

Aus dem Ehebett soll man nicht schwatzen.

Verlorene Ehr kehrt nimmermehr.

Ehre folgt dem, der sie flieht - und flieht den, der sie jagt.

Ehrliche Leute, aber schlechte Musikanten.

Wer sich ehrlich will ernähren, muss viel flicken und wenig zehren.

Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum Besten kehrt.

Ein faules Ei verdirbt den ganzen Brei.

Kümmere dich nicht um ungelegte Eier.

Es fällt keine Eiche vom ersten Streiche.

Besser ein Übel als zwei.

Einbildung vor der Zeit hindert Geschicklichkeit.

Durch Geschwätz verrät die Elster ihr Nest.

Nachlässige Eltern ziehen keine guten Kinder.

Schneller Entschluss bringt Verdruss.

Ein Erfahrener ist besser als zehn Gelehrte.

Ernst mit Scherz trifft das Herz.

Erziehst du einen Raben, wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.

Wo man den Esel krönt, da ist Stadt und Land gehöhnt.

Wer sich zum Esel macht, dem will jeder seine Säcke auflegen.

Besser Esel treiben als die Säcke selber tragen.

Wenn dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis.

Wir fehlen alle, sprach die Äbtissin, als ihr der Bauch schwoll.

Dem Feigen weist das Glück den Rücken.

Erschrockener Feind ist auch erschlagen.

Ein geschlagener Feind ist noch nicht überwunden.

Den Feind schlägt man eher mit Rat als mit Tat.

Dem fliehenden Feind baue goldene Brücken.

Versöhnter Feindschaft und geflickter Freundschaft ist wenig zu trauen.

Ein Feind ist zuviel, hundert Freunde sind zuwenig.

Der Feinde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen.

Gib nie das Fell, wo du mit Wolle bezahlen kannst.

Wenn die Sau satt ist, wirft es den Trog um.

Wenn der Trog umgefallen ist, dreh ihn nicht wieder um.

Das Feuer, das mich nicht brennt, das lösch ich nicht.

Wer andrer Feuer schürt, dem erlöscht das eigene.

Feuer im Herzen gibt Rauch im Kopf.

Wenn der Fleischer füttert, will er mästen.

Sehr fröhlich – gefährlich. Sehr traurig – beschwerlich.

Wer sich stößt an einem Stroh, der wird seines Lebens nicht mehr froh.

Früh auf und spät nieder bringt verlorenes Gut wieder.

Wenn der Gast am liebsten ist, soll er wandern.

Der Geduldige treibt den Ungeduldigen aus dem Land.

Wer befehlen will, muss gehorchen lernen.

Der Geiz hat keinen Boden.

Die Gelehrtesten sind nicht immer die Klügsten.

Je gelehrter, je verkehrter.

Manches wird besser gepfiffen als gesagt.

Geradezu ist der nächste Weg.

Man schimpft den Gerber nicht, wenn man ihn einen schäbigen Kerl nennt.

Der Gerechte muss viel leiden.

Was man gerne tut, ist keine Arbeit.

Geschenke halten die Freundschaft warm.

Niemands Geselle komme nicht über meine Schwelle.

Wem das Glück zu wohl ist, den macht ́s zum Narren.

Wer sich über des anderen Glück freut, dem wird bald sein eigenes blühen.

Grobe Säcke muss man nicht mit Seide zunähen.

Wie du grüßt, so dankt man dir.

Wer klug ist, der legt nicht die Hand zwischen Hammer und Amboss.

Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.

Die nicht helfen wollen, die hindern gern.

Herren wollen Vorteil haben.

Heuchelmann ist am besten dran.

Wer zum Himmel ist gebor ́n, den sticht alle Tag ein Dorn.

Höflichkeit ziert den Mann.

Wer mit den Hunden zu Bett geht, der steht mit den Flöhen wieder auf.

Hüte dich vor denen, die niemand leiden kann.

Was dich nicht juckt, das kratze nicht.

Junges Blut – spar dein Gut.

Wer nicht nähren will die Katzen, der ernährt die Mäus ́ und Ratzen.

Wer kegeln will, muss aussetzen.

Wer die Kinder verzärtelt, der setzt sie auf ein leichtes Schiff.

Achte dich klein – mit niemanden gemein – so wirst du wohl gelitten sein.

Der ist ein kluger Mann, der sich in Menschen schicken kann.

Sacht in die Kohlen geblasen, sonst fährt dir die Asche in die Nasen.

Was hilft ́s, dass die Kuh viel Milch gibt, wenn sie den Kübel umstößt.

Die Kühe, die am meisten brüllen, die geben am wenigsten Milch.

Wo der Kummer kommt ins Haus, die Liebe fliegt zum Fenster raus.

Kumpanei ist Lumparei.

Wer die Kunst nicht übt, der verliert sie bald.

Kinder haben Weinen und Lachen in einem Sack.

Die Lacher hat Gott lieb.

Wer sich zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.

Wer eine Lampe braucht, der darf das Öl nicht sparen.

Wer läuft, eh man ihn jagt, der ist allzu verzagt.

Niemand lebt nur sich selbst.

Leb, als wolltest du täglich sterben - arbeite, als wolltest du ewig leben.

Die allzeit lehren, sich nimmer bekehren.

Besser wenig mit Liebe als viel mit Fäusten.

Wo Liebe fehlt, erblickt man alle Fehler.

Alte Liebe rostet nicht.

Wer Liebe erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr, solang er ist.

Wer ein Dingt zuviel lobt, dem traue nicht.

Das Werk lobt den Meister.

Was der Löwe nicht kann, das kann der Fuchs.

Auf Erden lebt kein Menschenkind, an dem man keinen Mangel find ́t.

Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.

Es gibt keinen Vorteil ohne Mühe.

Ohne Mühe bringt man es in keiner Sache weit.

Verschlossener Mund und offene Augen haben noch niemand geschadet.

Liebe deinen Nachbarn, aber reiß den Zaun nicht ein.

Der eine schlägt den Nagel ein, der andere hängt den Hut dran.

Ein guter Name ist besser als bares Geld.

Solange ein Narr schweigt, hält man ihn für klug.

Im Spiel gilt der Narr am meisten.

Mit albernen Narren soll man nicht streiten.

Der Neid hat noch keinen reich gemacht.

In Nöten sieht man den Mann.

Man kauft den Ochsen nicht teurer, weil er bunt ist.

Wer Pech angreift, der besudelt sich.

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Ein ersparter Pfennig ist so gut wie ein erworbener.

Ein gutes Pferd ist sein Futter wert.

Ein williges Pferd soll man nicht sporen.

Wer weiter will als sein Pferd, der steige ab und gehe zu Fuß.

Man muss mit den Pferden pflügen, die man hat.

Dem Pöbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.

Wer zu viel predigt, der verjagt die Zuhörer.

Rache bleibt nicht ungerochen.

Auf Rach kommt ach.

Verzeihen ist die beste Rache.

Tue Recht und scheue niemand.

Wer Recht hat, der hat niemanden zu fürchten.

Dem Recht muss man manchmal nachhelfen.

Rede wenig und höre viel.

Wie einer redet, so ist er.

Strenges Regiment nimmt bald ein End.

Reicher Leute Kinder geraten selten wohl.

Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.

Was sich viel rührt, das wächst nicht an.

Sage niemand, wer er ist, dann sagt dir niemand, wer du bist.

Man verklagt keine Sau, die einen besudelt.

Hast du den Sautrog umgestoßen, richte ihn nicht wieder auf.

Es muss ein guter Freund sein, der einen vor Schaden warnt.

Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.

Wer den Schalk verbergen kann, ist bei Hof ein weiser Mann.

Wer sich der Schande rühmt, ist nicht der Ehre wert.

Wo keine Scham ist, da ist auch keine Tugend.

Die ärgsten Schiffe müssen fahren, die besten will man im Hafen bewahren.

Hüte dich vor dem Schleicher, der Rauscher tut dir nichts.

Schmeichler tun dem Fürsten mehr Schaden als der Feind im Feld.

Schmeichlerisches Kalb saugt zwei Kühe leer.

Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.

Gutes Aussehen ist ein guter Empfehlungsbrief.

Den Schuldigen schreckt eine Maus.

Schwarz auf weiß behält den Preis.

Mit Schweigen verrät sich niemand.

Die besten Schwimmer ertrinken, die besten Kletterer brechen sich den Hals.

Wer sich selbst kitzelt, der lacht, wann er will.

Selten ist angenehm.

Ist der Kranke genesen, zahlt er ungern die Spesen.

Wer einmal stiehlt, der bleibt immer ein Dieb.

Selber schuldig ist der Tat, der nicht straft die Missetat.

Sie streiten um ein Ei – und lassen die Henne fliegen.

Man streitet um eine Ziege und verliert eine Kuh.

Es ist keine Suppe so teuer wie die, die man umsonst isst.

Wer sich selbst nicht taugt, der taugt auch keinem anderen.

Anderer Torheit sei deine Weisheit.

Treue ist ein seltener Gast, halte ihn fest, wenn du ihn hast.

Guter Umgang verbessert schlechte Sitten.

Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Denk nicht mehr daran, wer Unrecht dir getan.

Vergnügt sein geht über reich sein.

Vergleichen und vertragen ist besser als Zanken und Klagen.

Wer dem Verleumder nicht in die Rede fällt, der bestellt ihn.

Verzagtes Herz freit nie ein schönes Weib.

Klopf auf den Busch, dann fliegen die Vögel heraus.

Wasch du mich, und ich wasche dich, und wir werden beide hübsch.

Auf dem Weg, den viele gehen, da wächst kein Gras.

Wer meint, dass er weise sei, dem wohnt ein Esel bei.

Können zwei sich vertragen, so hat der Dritte nichts zu sagen.

Ein weiser Mann hat lange Ohren und eine kurze Zunge.

Wenig und oft macht zuletzt viel.

Wer Wind sät, der wird Sturm ernten.

Durch zweier Zeugen Mund wird allerwärts die Wahrheit kund.

Es ist kein Mann so klug, der nichts von einem Gecken hat,

jedoch ist der ein kluger Mann, der seinen Schalck verbergen kann.

Geld verloren – nichts verloren.

Mut verloren – viel verloren.

Ehre verloren – alles verloren.

Die besten Fechter werden erschlagen, die besten Schwimmer kriegt ́s Wasserbeim Kragen.

Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen geraten.

Wer andern seinen guten Namen raubt, macht ihn arm und bereichert sich nicht.

Ein Narr frägt in einer Stunde mehr, als 10 Gescheite in einem Jahr beantworten können.

Mach es gut, so hast du Neider – mach es noch besser und du wirst sie beschämen.

Wer dir von anderen schlecht spricht, der spricht auch anderen schlecht von dir.

Der Verleumder schadet dem Beleidigten, schadet sich selbst und dem, der zuhört.

Die Zunge wird oft von den Zähnen gebissen, und doch bleiben sie gute Nachbarn.

Wer regieren will, der muss hören und nicht hören, muss sehen und nicht sehen.

Man kann es den Leuten nicht recht machen - und wenn man sich die Nasenspitze ab beißt.