Platon

Platon und Aristoteles lehnten die Demokratie ab. Der Grund für ihre Ablehnung lag in der Niederlage Athens (einer „dekadenten“ Demokratie) im peloponnesischen Krieg. Dies sei der Beweis der Untauglichkeit des Systems gewesen. Die Natur des Menschen ist, dass es keine Gleichen geben könne: damit kann es auch keine Demokratie geben, sie handelt gegen die Naturgesetze. Beide Philosophen betonen den starken Staat und dass der Mensch sich einfügen müsse. Beide kämpfen für starke Strukturen und hohe sittliche Werte.

Berühmt ist Platons Höhlengleichnis: Wir sind wie Menschen, die in einer Höhle sitzen, nie die Sonne gesehen haben und unsere Schatten für das wahre Leben halten. Dabei nahm Platon an, dass die Ideen zu allem Existierenden als stets abrufbare Erneuerung in einer höheren Welt sozusagen als „Blaupause“ existierten.

Mit seiner Ideenlehre gelang es Platon ein Gedankengebäude zu erschaffen, das wie kein anderes die abendländische Geistesgeschichte prägte. Es gebe ein Reich ewiger und unverwandelbarer Wesenheiten, die er Ideen nannte. Die sichtbare Welt ist nach diesen Ideen bzw. Vorgaben geformt. Diese Bündelung der Ideen sei schon lange da (der eine Gott) , ohne dass wir sie erkennen können.

Es gibt also zwei Welten: eine Bündelung der Ideen in einem Jenseits und unsere Welt. Materie und Körper werden gesteuert vom Geist. Zentraler Punkt der platonischen Philosophie ist die Idee des Guten, Ziel und Ursprung alles Seins, es ist die Idee aller Ideen. Die materielle Welt wird durch einen einzigen allmächtigen Gott planvoll angelegt.

Er sagt: Menschen gleichen in Höhlen geketteten Wesen, die die Wirklichkeit nicht sehen können. In der Höhle gibt es eine Lichtquelle und sie halten die Schatten von Gegenständen für die Wirklichkeit. Manche Menschen begeben sich mühevoll aus der Höhle. Hier finden sie die "richtige" Welt. Zuerst sind diese Menschen geblendet, sie ahnen die Zusammenhänge. Sie haben die Aufgabe die anderen ans Licht zu führen.

Platon formuliert das Konzept einer unsterblichen Seele, analog einer Idee, die unvergänglich ist. Sie existierte vor der Geburt des Menschen und auch nach seinem Tod. Die Seele stammt aus der Sphäre des Göttlichen, Vernünftigen. Ziel des irdischen Lebens ist die Rückkehr der Seele in ihren Urzustand. Die Seele teilt sich in Göttliches (Vernunft und Weisheit) und Weltliches (Mut, Tapferkeit). Gerechtigkeit ist Mäßigung, man ordnet sich der Vernunft unter (also Begierde vermeiden).

Und nun hat Platon auch noch die Basis für das Christentum gelegt: Die Seele des Vernünftigen geht in das Reich der Ideen ein, die des Unvernünftigen muss hingegen Buße tun. Deshalb muss das Leben tugendhaft sein. Und der Lohn ist das Leben nach dem Tod.

Nur die Weisen können Sorge um die richtige Lebensweise der Bürger tragen. Deshalb müssen Philosophen an der Spitze des Staates stehen. Für Platon gibt es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Die Analyse des Einzelnen gilt auch für den Staat. Daneben gibt es das Militär, Mut und Tapferkeit der Wächter. Handwerker, Kaufleute, Bauern hätten sich demnach zu mäßigen und die Gemeinschaft zu versorgen.

Platon revidiert aber dieses Konstrukt und formt den modernen Staat, nachdem sein Versuch in Sizilien scheiterte. In seinem Alterswerk "Gesetze" rückt Platon von der Idee des idealen Herrschers und seinen „kommunistischen Idealvorstellungen“ ab und hält es für besser den Staat durch Gesetze zu regeln, wobei wesentlich ist, dass die Gesetze so verständlich geschrieben sind, dass jeder Bürger sie verstehen und damit auch tragen kann.