Vorwort

Eine starke Gesellschaft ...

   ... braucht starke Menschen

 

im Arbeitsleben, privat und in der Gesellschaft   -   sehen wir,

dass es den Menschen zunehmend schwerer fällt, sich selbst zu strukturieren.

Ein fortschreitender Prozess mit enormen Auswirkungen in allen Bereichen.

 

Elternhaus, Schule, "Obrigkeiten" oder Kirche liefern zu oft keine äußere Struktur mehr.

Sie werden weitestgehend nicht mehr als Autoritäten wahrgenommen.

Wenn man so will  -  der Preis der Freiheit.

 

Für unsere Zukunft gibt es eine zentrale & wichtigste Aufgabe.

Wir müssen unseren Mitmenschen helfen ein starkes inneres Gerüst aufzubauen.

Nur damit können sie stabil bleiben  -  und damit auch unsere Gesellschaft. 

Entscheidend im Beruf und in der Betriebsführung sind stabile & strukturierte Menschen.

 

Da kann man was tun und den Menschen ein Werkzeug an die Hand geben.

Unsere Kultur bietet sehr gute Möglichkeiten hierfür.

Und  -  dies ist die zentrale Leitungsaufgabe geworden.

Wer das nicht erkennt, der kann nichts mehr erreichen.

 

Die Menschen brauchen Liebe und suchen nach Sinn,

privat und auch in der Arbeit.

Dies ist zu vermitteln mit einer humorvollen Kommunikationsfähigkeit.

Dazu bedarf es aber eines enormen Trainings und einer steten Selbstentwicklung.

 

"Ein rechter Mann, der den Moment erfasst", meinte der Herr Goethe.

Und dieses geistige und sprachliche Repertoire muss man dann aber auch haben.

Sehr viel Arbeit an & mit sich selbst,

um sich selbst zu strukturieren, zu stärken und stabil zu machen

und den anderen Menschen und den Mitarbeitern dabei zu helfen.

 

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Die westliche Welt - Europa, Australien und Nordamerika - hat durch die Antike, Christentum, Humanismus und die Aufklärung eine Hochkultur geschaffen mit einem Wohlstand, die in der Geschichte der Menschheit einzigartig ist. Nur auf dem Boden von Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit können die notwendigen Höchstleistungen erbracht werden. In dieser sehr offenen und vielfältigen Gesellschaft erkennen die meisten die Fundamente, Werte und Ideale nicht mehr, auf denen dieser sagenhafte Erfolg beruht. Der Einzelne tut sich schwer seinen sinnhaften Platz in dieser komplexen westlichen Gesellschaft zu definieren. Die „Ideale der westlichen Welt“, die unschätzbaren hohen Werte, die diese Gesellschaft ausmachen, sollen nun in diesem Buch zusammen gefasst werden.

Die Grundlagen unserer westlichen Kultur und Gesellschaft wurden in Griechenland etwa ab 500 v. C. gelegt. Sokrates, Platon und zuvorderst Aristoteles haben die zentralen Themen des Menschseins auf der Welt und in der Gemeinschaft gelegt. Die römische Elite war sich sehr wohl bewusst, dass der Erfolg des römischen Imperiums in erster Linie auf diesen gesellschaftlichen Errungenschaften der griechischen Gelehrten beruhte. Cicero hat dies erkannt, so formuliert und fortgesetzt. Das Neue Testament, die Gleichnisse und die Lehre Jesu haben dann eine solidarische Wertegesellschaft geformt, die sich in Europa gegen alle anderen Ausrichtungen durchsetzte. Solidarität in der Gruppe, das Prinzip Liebe und konsentierte hohe Ideale und Werte erwiesen sich gegenüber allen Verfolgungen, Repressalien, Waffen und Armeen als überlegen. Und dann wurde „das Licht ausgeknipst“. Das dunkle Mittelalter hatte für die Mehrzahl der Menschen ein repressives System entwickelt. Eine unvorstellbare Unterdrückung von Freiheit und Denken für die Völker kulminierte zuletzt in der Inquisition und Hexenverbrennung (Anmerkung: wobei die Kirche dies zuerst verhindern wollte, das waren alte archaisch-germanisch-heidnische Urängste, die sich ein irrationales aggressives rauschartiges Ventil in der existentiellen Krise der frühen Neuzeit suchten). Mit Mystik, Scholastik, Ausbeutung, Zwang und Unterdrückung führten die Fürsten, der Klerus und der Vatikan Europa in eine gesellschaftliche Sackgasse. Natürlich gab es auch viele sehr gute und wichtige Gedanken und Entwicklungen; für die Masse der Bevölkerung kam dies aber nicht zum Tragen. Die Solidarität der christlichen Wertegesellschaft hat sich gerade noch mit Mühe gehalten gegen Seuchen, Hungersnöte, Armut, Verelendung, Kriege und drohende Übernahme durch die Mongolen oder Osmanen; es war, aus europäischer Sicht, ein unsägliches Glück, dass deren Kulturen an den Höhepunkten der Auseinandersetzungen sich jeweils selbst schwächten.

Ab 1350 n. C. flammten im leichtlebigen offenen Norditalien die Renaissance, Aufklärung und Humanismus auf. Die teutonische Rigidität sperrte sich dagegen noch 150 Jahre. Die deutschen Humanisten und Klassiker haben dann jedoch übernommen, und wie Titanen Unbeschreibliches für die Welt geleistet. Auf der Basis der Antike haben Menschen wie Erasmus von Rotterdam, Luther, Melanchthon, Goethe und Schiller und, allen voran, Immanuel Kant eine neue Welt erschaffen.

Die Menschen in Europa und Nordamerika nehmen das heute als selbstverständlich. Das ist es aber nicht. Sehr leicht erkennbar, wenn man das Mittelalter und in der Neuzeit andere Kontinente und Kulturkreise betrachtet; andernorts muss sich der Mensch in übergeordneten Strukturen einfügen. In der westlichen Welt steht der Mensch im Mittelpunkt. Das hat natürlich viele Schwächen und Schwierigkeiten; andererseits erlaubt es aber auch dieses unendliche wertvolle Potential für den Einzelnen und für die Gesellschaft auszuschöpfen.

Die Psychologie ist eine wissenschaftliche Beschreibung des Menschen und hilft ihn möglichst gut und stark zu entwickeln. Der Einstieg ist die klinische Psychologie; sie unterscheidet sich von der unübersehbaren Masse an psychologisches Einzelwerken. Klinische Psychologie fasst zusammen, was klinisch und wissenschaftlich an gesicherter Erkenntnis vorliegt. Es kann nicht ganz falsch sein, dies als Einstieg zu wählen als Fundament für die nachfolgenden Themen.

Entwicklungspsychologie beschreibt, wie sich der kleine Mensch zum großen Menschen entwickelt. Sie beschreibt vor allem, was für eine möglichst gute Entwicklung richtig ist.

Die moderne Psychologie ist die Betriebspsychologie, untergliedert in die Arbeits- und Organisationspsychologie. Das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der modernen Produktionsgesellschaft ist die zentrale Frage unserer Gesellschaft.
Kommunikation, also die Gesprächsführung, ist im Bereich Betriebspsychologie und in unserem Leben zentral. Alles, was wir tun, ist Kommunikation, alles, worauf funktionierende Betriebe und funktionierendes Zusammenarbeiten und Zusammenleben beruhen, ist Kommunikation.

Der ZEN-Buddhismus ist genau genommen auch „Psychologie“. Einerseits eine nahezu 100%-ige Überlappung mit moderner Psychologie, dem Humanismus und dem Christentum, nur eine ganz andere Sichtweise und ganz
anders formuliert. Durch diese Verfremdung wird die Bedeutung erst so richtig bewusst. Buddha sah sich selbst auch nie als Religionsgründer, aus heutiger Sicht eher Psychoanalytiker oder Berater in grundsätzlichen und schwierigen Lebens- und Organisationsfragen („Coach“); bereits zu Lebzeiten wurde er viel gefragt und von führenden Persönlichkeiten mit der Bitte um Rat eingeladen. Aus den übersetzten Urschriften (K. E. Neumann) wissen wir, dass Religion, Gott und Wiedergeburt für ihn gar keine Themen waren. Sein Hauptthema war das sog. „ICH“. Und das macht den ZEN-Buddhismus so wertvoll neben Christentum und Humanismus. Das Christentum fordert vom Einzelnen die Einhaltung hoher Werte und Tugenden und der Humanismus postuliert dazu das freie Ich. Nur – was ist dieses ICH eigentlich? Und hier ergänzt und stärkt Buddha das Christentum und den Humanismus ganz großartig.


Die Themen Antike, Psychologie, Werte, Ideale, Christentum, Humanismus, Tugenden, Philosophie usw. können beschwerlich werden; die Dosis macht das Gift. Humor und Witz erlauben es Spannungen und Konflikte aus einer anderen oder übergeordneten Perspektive aufzulösen. Zudem hat unser Goethe schon früh erkannt, dass es die eine allgemeingültige Antwort sowieso nicht gibt. Karl Valentin meinte: „Nur g ́scheid ist auch blöd“.